Die Nähe zu Märchen ist an Weihnachten ja nichts Neues. Durch das Lebkuchenhaus für Kinder ist seit vielen Generationen, ja Jahrhunderten, das Märchenhafte an Weihnachten zu Gast. Heute gehört der Aschenputtelfilm aus den 70ern für viele Erwachsene zur Weihnachtszeit hinzu und die Weihnachtsdekowelt hat seit einiger Zeit immer mehr Märchenmotive. Wer mag, kann auch ganz auf diese Stilrichtung setzen. Man nennt es Whimsical Christmas!
Der englische Begriff whimsical lässt sich ungefähr mit „fantasievoll“, „verspielt“, „eigenwillig“ oder sogar „launisch“ übersetzen. Gemeint ist eine Weihnachtsdekoration, die sich bewusst von der streng abgestimmten, minimalistischen oder auch üppig eleganten Weihnachtswelt absetzt. Sie erzählt eine Geschichte – und diese Geschichte darf durchaus ein bisschen verrückt sein.
Dabei handelt es sich allerdings nicht einfach um möglichst viel bunte Weihnachtsdeko. Whimsical Christmas funktioniert besonders schön, wenn man sich für eine bestimmte Fantasiewelt entscheidet und diese konsequent gestaltet.
Diese Deko ist stilistisch gar nicht so eng: Was auffällt ist die harmonische, oft pastellige Farbwelt. Diese Deko will das Gemüt beruhigen. Candymotive kommen daher oft vor. Auch das Nussknackermotiv kommt nicht von ungefähr: Zwar war der Nussknacker schon sehr lange vor allem in der Weihnachtszeit im Einsatz, aber durch die Nussknackersuite wurde er zum märchenhaften Motiv für die Weihnachtszeit.
Doch alles beginnt mit dem Hexenhaus
Weihnachtsfeeling pur für die Kleinen ist ein essbares Hexenhaus (hier Dr. Oetker)*. Aber inzwischen lieben es auch viele Erwachsene als Dekomotiv: Kleine Keramikhäuser, Holzgebäude, Pappmaché-Häuschen oder fantasievoll bemalte Miniaturhäuser.
Im Christbaum oder in der Adventszeit gibt es viele Möglichkeiten dieses Motiv weiter zu führen: Mit Lebkuchenmännchen, Zuckerstangen, anderen kleinen Häuschen, Törtchen, Fliegenpilzen, Waldtieren. Dazu kommen Schleifen, Glöckchen und vielleicht ein paar ungewöhnliche Anhänger, die aussehen, als wären sie aus einer alten Märchenillustration gefallen.
Hier liegt auch ein wichtiger Unterschied zur klassischen Weihnachtsdekoration: Beim Whimsical Christmas muss nicht jedes Ornament eindeutig „weihnachtlich“ sein.
Ein kleiner Fuchs, ein Pilz, eine Maus oder ein Lebkuchenhaus kann genauso gut am Weihnachtsbaum hängen wie eine Kugel.
Dadurch bekommt der Baum einen erzählerischen Charakter. Übrigens: Märchenmotive auf Weihnachtsschmuck sind schon uralt. In Kriegszeiten malten unsere Großeltern und Urgroßeltern auf einfache Pappherzen Märchenmotive wie den Däumling oder Rotkäppchen.

Wohnzimmer im Whimsical Stil: Zarte Farben, niedliche Tierchen, Waldszenerien, beleuchtete Lebkuchenhäuser, Nussknacker.
Der Trick: Eine Fantasiewelt statt eines Sammelsuriums
Aber heute will man nicht mehr das kunterbunte Durcheinander früherer Jahrzehnte, sondern mehr Stil und einen klaren Fokus. Denn natürlich kann man einen Baum mit Zuckerstangen, Elchen, Feen, Engeln, Lebkuchenhäusern, Weihnachtsmännern, Schneemännern und 25 verschiedenen Farben schmücken. Das wäre zwar ausgesprochen verspielt – aber noch lange keine besonders stimmige Whimsical-Dekoration.
Besser funktioniert ein klarer Schwerpunkt.
Wer sich beispielsweise für eine märchenhafte Lebkuchenwelt entscheidet, kann diesen Gedanken durch den gesamten Raum ziehen:
- Lebkuchenhäuser am Weihnachtsbaum (Lebkuchenhaus Deko)*
- kleine Lebkuchenfiguren*
- Zuckerstangen als Farbakzent*
- warme Lichter
- karierte oder gestreifte Schleifen*
- Holz und Naturmaterialien
- vielleicht ein paar kleine Tiere
- dazu Creme, warmes Rot, Braun und ein wenig Grün
- Waldtiere (hier Rehe zum Hinstellen)*
- Schneekugeln mit Märchenmotiv (hier hellblaues Schloss)*
- nostalgische Motive und Anhänger (Karussell)*
So entsteht eine zusammenhängende Geschichte.
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Whimsical Christmas darf erwachsener werden
Das Schöne an diesem Trend ist, dass man die kindliche Märchenwelt nicht komplett übernehmen muss.
Aus dem bunten Hexenhaus für Kinder kann beispielsweise eine wesentlich elegantere Weihnachtswelt werden. Statt Plastik-Süßigkeiten und knalliger Farben kommen hochwertige Materialien, Samt, Holz, Keramik, Glas und Papier zum Einsatz.
Ein Lebkuchenhaus in Creme und Braun wirkt plötzlich ganz anders als eines in Rot, Gelb, Blau und Grün.
Auch Rosa, Puderfarben, Altrosa, Salbeigrün oder Hellblau können in einer Whimsical-Dekoration funktionieren. Wichtig ist, dass die Farben nicht wahllos nebeneinanderstehen, sondern sich im Raum wiederholen.
So wird aus der Kinderfantasie eine märchenhafte Weihnachtsästhetik für Erwachsene.
Und dann darf die Fantasie weitergehen …
Von der kleinen Lebkuchenwelt lässt sich Whimsical Christmas in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln.
Vielleicht entsteht eine verzauberte Waldweihnacht mit Pilzen, Rehen, Eulen und kleinen Waldhäusern.
Oder eine Candy-Christmas-Welt nach amerikanischer Tradition mit übergroßen Zuckerstangen, Bonbons, Schleifen und Lebkuchen.
Eine andere Variante erinnert eher an ein englisches Märchenbuch: Samt, Tartan, alte Buchillustrationen, kleine Häuser, Tiere und warme Rot- und Grüntöne.
Und wer es besonders fantasievoll mag, kann sogar verschiedene kleine Szenen miteinander verbinden – solange sich Farben, Materialien oder wiederkehrende Motive als roter Faden durch die Dekoration ziehen.
Whimsical Christmas ist damit weniger ein festgelegter Look als eine Einladung, Weihnachten durch die eigene Fantasie zu betrachten.
Vom Kinderzimmer zum Christbaum
Für Kinder darf es ruhig etwas üppiger und bunter werden. Ein Hexenhaus, Lebkuchenfiguren, Zuckerstangen und kleine Wichtel können hier tatsächlich wie eine kleine Märchenlandschaft arrangiert werden.
Am Weihnachtsbaum lässt sich diese Idee bereits etwas erwachsener interpretieren.
Statt ausschließlich klassischer Kugeln hängen dort beispielsweise:
- kleine Lebkuchenhäuser
- Lebkuchenmännchen und -frauen
- Pilze
- Vögel und Waldtiere
- kleine Mäuse
- Zuckerstangen
- Miniatur-Schlitten
- Tassen oder kleine Teekannen (hier Disneymotiv)*
- Sterne in ungewöhnlichen Formen
- Schleifen aus Samt oder Stoff
Besonders reizvoll ist die Mischung aus klassischen Christbaumkugeln und ungewöhnlichen Figuren. Die Kugeln sorgen dafür, dass der Baum weiterhin als Weihnachtsbaum erkennbar bleibt, während die fantasievollen Anhänger seine Geschichte erzählen.
Eine märchenhafte Ecke im Wohnzimmer
Man muss auch nicht sofort den gesamten Raum umdekorieren.
Eine kleine Kommode, ein Beistelltisch oder ein Regal kann zur Whimsical Christmas Corner werden.
Hier könnte beispielsweise ein kleines Lebkuchenhaus stehen, umgeben von Kunstschnee, Tannenbaumzweigen und winzigen Bäumen. Eine Lichterkette bringt die Szene zum Leuchten. Dazu vielleicht ein kleiner Fuchs oder ein Reh – und schon entsteht der Eindruck einer verschneiten Märchenlandschaft.
Das funktioniert besonders gut, wenn die Dekoration auf unterschiedlichen Höhen angeordnet wird. Ein höheres Häuschen im Hintergrund, kleinere Figuren davor und Zweige oder Bäume dazwischen lassen die Szene wesentlich lebendiger wirken.
Whimsical Christmas in der Küche

Farbwelt: Weiß, Rosa, Lebkuchenbraun – eine candysüße Weihnachtswelt, wie sie heute viele mögen. Starke Farbkontraste gibt es nicht.
Gerade die Küche wird bei Weihnachtstrends häufig unterschätzt. Für Whimsical Christmas ist sie dagegen geradezu perfekt.
Denn wo könnte eine Lebkuchen- und Süßigkeitenwelt besser funktionieren als dort, wo tatsächlich gebacken wird?
Hier dürfen sich die märchenhaften Elemente ruhig auf die praktischen Dinge übertragen.
Ein Lebkuchenhaus auf der Arbeitsplatte, kleine Weihnachtsfiguren auf einem offenen Regal, rote oder karierte Geschirrtücher und vielleicht eine Schale mit Zuckerstangen reichen bereits aus.
Noch schöner wird es, wenn echte Weihnachtsbäckerei und Dekoration miteinander verschmelzen: Ein Teller mit frisch gebackenen Plätzchen steht neben dem Lebkuchenhaus, eine Schürze hängt am Haken und aus dem Backofen duftet es nach Zimt.
So wirkt die Dekoration nicht wie eine aufgesetzte Inszenierung, sondern wie ein Teil der Weihnachtszeit.
Auch der Flur darf märchenhaft werden
Der Flur muss ebenfalls nicht außen vor bleiben. Die Flurtüren kann man auch mit Eckhockern und Türfiguren schmücken, hier (Lebkuchenmotive).*
Hier reichen oft wenige Elemente: eine große Schleife am Spiegel, ein kleiner Tannenbaum, eine Laterne oder ein Miniaturhäuschen auf der Kommode.
Wer den Whimsical-Gedanken konsequent fortführt, könnte beispielsweise eine kleine „Eingangsszene“ gestalten: verschneite Miniaturbäume, ein winziges Häuschen, ein paar Tiere und warmes Licht.
Das hat einen schönen Nebeneffekt: Die Weihnachtsgeschichte beginnt bereits beim Betreten der Wohnung.
Der Zauber liegt im Detail
Whimsical Christmas lebt von Dingen, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick entdeckt.
Ein winziger Vogel sitzt zwischen den Zweigen. Eine kleine Maus versteckt sich unter dem Weihnachtsbaum. Hinter einem Häuschen leuchtet ein warmes Licht. Auf einem Regal steht ein winziges Buch neben einer Weihnachtsfigur.
Genau solche Details machen den Stil so charmant.
Whimsical Christmas dekoriert nicht nur einen Raum – es erzählt eine Geschichte.
Und diese Geschichte darf ganz individuell sein.
Vielleicht handelt sie von einem verschneiten Zauberwald. Vielleicht von einem Lebkuchendorf. Vielleicht von einem kleinen Weihnachtsdorf, in dem Tiere und Menschen gemeinsam Weihnachten feiern.
Nicht alles muss neu gekauft werden
Whimsical Christmas lässt sich hervorragend mit DIY und vorhandener Weihnachtsdekoration verbinden.
Aus einfachen Materialien können beispielsweise kleine Häuser, Papiersterne, Pilze oder Tannenbäume entstehen. Alte Christbaumkugeln lassen sich mit Schleifen oder kleinen Anhängern verändern. Ein einfacher Holzanhänger kann bemalt werden und bekommt dadurch einen völlig anderen Charakter.
Auch Secondhand-Dekoration kann interessant sein. Gerade ältere Weihnachtsfiguren, kleine Keramikhäuser oder ungewöhnliche Glasornamente besitzen häufig genau diesen leicht nostalgischen und märchenhaften Charme, der zum Whimsical-Stil passt.
Wie viel Whimsy ist genug?
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage.
Denn zwischen märchenhaft verspielt und komplett überladen liegt manchmal nur ein kleiner Schritt.
Ein guter Trick ist deshalb, sich zunächst ein Hauptmotiv auszusuchen.
Zum Beispiel:
Lebkuchenhaus + Waldtiere + Zuckerstangen
oder
Zauberwald + Pilze + Rehe + Tannengrün
oder
Weihnachtsdorf + kleine Häuser + Lichter + Schnee
Anschließend werden Farben und Materialien darauf abgestimmt.
So entsteht kein wahlloses Sammelsurium von Weihnachtsfiguren, sondern eine kleine, in sich geschlossene Fantasiewelt.
Und genau darin liegt der besondere Reiz von Whimsical Christmas: Man darf wieder ein bisschen Kind sein – aber man kann diese kindliche Fantasie gleichzeitig mit einem erwachsenen Gespür für Farben, Materialien und Gestaltung verbinden.

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