Nürnberger Christkindlesmarkt – ein Muss für Bastelfreunde

Das schönste Ausflugsziel in der Vorweihnachtszeit: Der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt

Christkindlesmarkt prolog 2009

By Roland Berger (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Jeweils am Freitag vor dem ersten Advent wird in Nürnberg der weltberühmte Christkindlesmarkt eröffnet. Das Nürnberger Christkind übernimmt diese wichtige Aufgabe selbst und begrüßt die Besucher mit den Worten «Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart …» Es kommt übrigens in jedem Jahr direkt aus der Dürerstadt: Aus vielen Bewerberinnen wird jeweils eine junge Frau ausgewählt, die für die Eröffnung des Marktes in die Rolle des Christkindes schlüpfen darf. Sie wird von den Nürnberger Bürgern gewählt und bleibt zwei Jahre im Amt.

Die Ursprünge des Nürnberger Christkindlesmarkts

Die Anfänge des Marktes sind nicht zuverlässig belegt. Sie sollen jedoch bis in die Zeiten Luthers zurückreichen. Also in jene Zeit, als aus der damals üblichen Bescherung der Kinder die Weihnachtstradition entstand. Wahrscheinlich entwickelte sich der Nürnberger Christkindlesmarkt aus den im späten Mittelalter in Nürnberg stattfindenden Verkaufsmessen. Das Germanische Nationalmuseum ist im Besitz des ältesten schriftlichen Nachweises. Dabei handelt es sich um eine Spanschachtel aus dem Jahre 1628, auf welcher der Markt erwähnt wird. In den ersten Jahren dauerte der Nürnberger Weihnachtsmarkt nur drei Tage. Dank seiner stetig steigenden Beliebtheit wurden aber schon bald drei Wochen daraus. Händler, Handwerker, Kauf- und Schaulustige zog es schon damals in Scharen zum «Kindles Marck».

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Christkindlesmarkt zu einer Touristenattraktion und wurde auch außerhalb der Tore Nürnbergs immer bekannter. Dies verlieh vor allem den einheimischen Spielwarenherstellern einen großen Aufschwung. So manche Produkte, die heute weltbekannt sind, verdanken ihre Berühmtheit dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Eines davon ist der «Rauschgoldengel».

Das Metall verarbeitende Handwerk hat in Nürnberg eine jahrhundertealte Tradition. Kunstvoll aus Messingfolie gearbeitet, war der erste Rauchgoldengel, der das Nürnberger Christkindl darstellt, eine Meisterleistung. Wahrscheinlich wurde die filigrane Figur im Jahre 1733 aus hauchdünnem Metall hergestellt. Der zarte Ton, den das dünne Messing bei Bewegungen erklingen ließ, hat der kostbaren Figur den Namen Rauschgoldengel beschert. Um die Hintergründe seiner Entstehung ranken sich verschiedene Geschichten. Möglicherweise erschien dem begabten Handwerker seine kürzlich verstorbene Tochter eines Nachts in wunderschöner Engelgestalt. In Erinnerung an dieses übersinnliche Erlebnis soll er den ersten Rauschgoldengel geschaffen haben.

Christkindlesmarkt nuernberg

von Roland Berger (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons

Weihnachtlicher Budenzauber

Rund 180 Holzbuden verbreiten auf dem Platz vor der Frauenkirche ihren Weihnachtszauber. Hier werden ausschließlich traditionelle Waren angeboten. Zudem legen Veranstalter und Anbieter großen Wert auf Nachhaltigkeit. Diese Tatsache dürfte einer der Gründe sein, warum der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt so viele Besucher aus nah und fern anzieht. Kitsch und Plunder findet man hier nicht. Dafür locken allerlei Aromen und Düfte, aber auch Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck sowie Spielwaren kommen neben den kulinarischen Köstlichkeiten nicht zu kurz.

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von Stoschmidt (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY 3.0], via Wikimedia Commons Nürnberger „Zwetschgenmännla“

Süße und herzhafte Spezialitäten

Ein Weihnachtsfest ohne Lebkuchen ist undenkbar. Die echten Nürnberger Lebkuchen sind in der ganzen Welt begehrt. Bereits im Mittelalter galt Nürnberg als wichtiger Handelsplatz für Gewürze. Diese waren zu jener Zeit sehr kostbar und verhalfen vielen Händlern zu Wohlstand. Heute sind die typischen Weihnachtsgewürze glücklicherweise eine Selbstverständlichkeit in Lebkuchen und Glühwein. Wir können uns die weihnachtlichen Leckereien ohne Nelken, Zimt und Co gar nicht vorstellen. Aber so fein Lebkuchen, Früchtebrot und gebrannte Mandeln auch schmecken: Ein ausgedehnter Marktbummel macht zwischendurch bestimmt Lust auf etwas Deftiges. Dann ist es an der Zeit, die berühmten Nürnberger Bratwürste zu probieren, die mit einer Portion Sauerkraut besonders köstlich sind.



 

Informationen und Tipps zum Nürnberger Christkindlesmarkt

Vom 25. November bis 24. Dezember 2016 lädt der diesjährige Christkindlesmarkt in die Dürerstadt ein. Eingerahmt von der historischen Kulisse der gotischen Kirchen St. Lorenz, St. Sebald und der Frauenkirche findet die feierliche Eröffnung durch das Christkind am 25. November um 17.30 Uhr statt. Der Markt wird dann täglich von 10.00 bis 21.00 Uhr geöffnet sein. Am 24. Dezember schließt er bereits um 14.00 Uhr.

Wer extra nach Nürnberg reist, sollte sich die Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung des Christkindlesmarkts auf keinen Fall entgehen lassen:

  • In den Jahren 1332 bis 1339 wurde das malerische Heilig-Geist-Spital an der Pegnitz errichtet. In diesem wunderschönen Nürnberger Haus verbringen heute Senioren einen geruhsamen Lebensabend.
  • Im Historischen Saal des Alten Rathauses finden neben repräsentativen Empfängen unter anderem Konzerte der Nürnberger Symphoniker statt.
  • Hoch über der Stadt thront die Kaiserburg, das Wahrzeichen Nü Sie beherbergt heute ein interessantes historisches Museum.

Zwischen 13.00 und 19.00 Uhr können Sie diese Sehenswürdigkeiten auf einer Fahrt mit der Postkutsche kennenlernen. Diese romantische Führung kostet für Kinder 2,50 Euro, Erwachsene bezahlen 4 Euro.

Sabine Itting

 

 

 

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